Projekt "Daheim in Deutschland" der Grundschule Scharrerschule

Förderung der Teilprojekte: AG Weltreise, Gewaltprävention, Pädagogischer Vortrag, Materialien zur Zweisprachigkeit, Zweisprachige Kinderbücher, Lerko-Lernkoffer, Kikusausbildung (Ausbildung von Lehrkräften – Sprachförderung Deutsch unter Einbeziehung der Muttersprache)

Förderung des Projekts "Daheim in Deutschland" der Grundschule Scharrerschule durch die Miteinander-Stiftung Nürnberg. Im Schuljahr 2005/06 wurde dieses Projekt mit 4.500,- Euro von der Miteinander-Stiftung Nürnberg unterstützt. Im Einzelnen wurden und werden folgende Teilprojekte durchgeführt.


 

  1. AG WeltreiseDaheim in_BRD_Herkunftslaender
    Zu Beginn des Schuljahres wurde zunächst die AG Weltreise ins Leben gerufen. Schülerinnen und Schüler aus 6 verschiedenen Herkunftsländern stellten zunächst mit Hilfe der Mütter das eigene Land vor. Eifrigst wurden Kostproben der Länderspezialitäten gebacken und gekocht, typische Gegenstände, sowie Gebräuche und Sprachproben vorgestellt. Auch Märchen aus den verschiedenen Ländern ließen sich wunderbar vergleichen. Inzwischen haben die "Weltreisenden" ihre Herkunftsländer verlassen und reisen durch Afrika. Dort haben sie eine Schule im Tschad entdeckt, die gewaltfrei arbeitet. Am Schuleinschreibungstag organisierte die AG zwei Schuhputztrupps, die – wie die Kinder in Afrika – gegen eine Gebühr die Schuhe der Eltern der neuen Erstklässler putzten. Der Ertrag war noch nicht so groß, das Ganze soll aber wiederholt werden und der Erlös der Schule in Afrika zur Verfügung gestellt werden. Nun soll noch ein Kochbuch mit Rezepten aus aller Welt in mehreren Sprachen entstehen. Die Druckkosten dafür können mit Hilfe der Miteinander-Stiftung Nürnberg aufgebracht werden.

  2. Pädagogischer Vortrag
    
Am 27. September 2005 hielt Herr Diplompädagoge Detlef Träbert vom Schulberatungsservice einen seiner informativen und kurzweiligen Vorträge zum Thema "Null Bock auf Lernen" vor den Eltern der Grundschule. Die Kosten dafür übernahm die Miteinander-Stiftung.



  3. Elterntreff
    
Von unserer Sozialpädagogin Frau Marquart wurde zu Beginn des Schuljahres ein Elterntreff mit Themen zur Erziehung und Hausaufgabenhilfe angeboten. Die Teilnahme war nur zögerlich und schließlich gab es nur mehr zwei "treue Mütter". Erzwingen kann man die Teilnahme nicht. Im nächsten Schuljahr soll ein neuer Anlauf gemeinsam mit der Uni Erlangen und einem kombinierten Eltern-Kind-Training gestartet werden. Wir hoffen dann auf mehr Zuspruch. Die von Stiftungsmitteln angeschaffte Literatur und die weitere Ausstattung wird uns auch dann gute Dienste leisten.

  4. Gewaltpräventionsprojekt

    In der Zeit von Dezember 2005 bis Februar 2006 stand das Gewaltpräventionsprogramm "Sicher Stark Frei" auf dem Stundenplan. Jede Klasse der Grundschule kam in den Genuss einer Doppelstunde über Strategien für den Umgang mit Gewalt im Alltag. Der einführende Elternabend dazu war so gut besucht, dass das dafür vorgesehene Klassenzimmer zu bersten drohte. Sehr gut konnten die unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Gewalt in den verschiedenen Kulturkreisen bei der regen Diskussion erkannt werden. Die Schüler wurden durch Rollenspiele der pädagogischen Fachkräfte in verschiedene Situationen versetzt und konnten ihre eigenen Erfahrungen, Ängste und Wünsche formulieren. Die Themen reichten von "Streit im Elternhaus" bis hin zu "Sexueller Missbrauch". Den Kindern wurden Lösungsvorschläge mit auf den Weg gegeben wie man sich sicher, stark und frei fühlen kann, wenn man richtig auf Gewalt reagiert.
Erfreulicherweise wollten auch die Lehrkräfte nicht nach diesem Projektunterricht mit diesem Thema aufhören, sondern entwarfen eine kleinschrittige Gewaltpräventionsarbeit, die mit den "Motten der Woche" beginnt. Jede Woche gilt im Schulhaus ein anderes Anti-Gewalt-Motto, wie "Freundlich grüßen", "Rücksichtsvoll gehen", "Auf andere hören". Diese kleinen Schritten sollen aber nur der Anfang sein. An der Scharrerschule soll es nie so werden wie an der Rütlischule!
    
Ein ganz besonderer Dank an die Miteinander-Stiftung für die Übernahme der doch erheblichen Kosten für dieses Projekt.
  5. Materialien zur ZweisprachigkeitDaheim in_BRD_Urdu
    
Schon seit Beginn des Schuljahres arbeiten die Kinder der Sprachlerngruppen und die Vorschulkinder mit den angeschafften "Kikus-Materialien". Das sind Arbeitsblätter und Liedmaterialien, die das Deutschlernen und auch die Festigung der eigenen Muttersprache zum Ziel haben. Wichtig ist, dass die Eltern mitarbeiten müssen, den Kindern ihnen unbekannte Begriffe aus der Muttersprache erklären sollen, dabei aber gleichzeitig auch die deutschen Begriffe mitlernen. Stolz präsentieren die Schüler die unterschiedlichen Sprachen und Schriften. Diese Materialien sind gut und auch teuer. Wir bedanken uns im Namen der Migrantenkinder für die Unterstützung der Stiftung.
  6. Zweisprachige Kinderbücher
    
Mit Hilfe der Miteinander-Stiftung Nürnberg konnten mehrere zweisprachige (Bilder-) Bücher angeschafft werden. Frau Cokbudak und Frau Volf lesen Kindern in türkischer und russischer Sprache vor. Die Schüler, die schon selbst lesen können, lesen dann ihrerseits die Texte in deutscher Sprache vor. Auch hier soll der gegenseitige Lerneffekt greifen. Ziel ist es, noch mehr Mütter für diese Aufgabe zu gewinnen. Vor allem auch in weiteren Sprachen.

  7. Lerko-LernkofferDaheim in_BRD_Lerko_Lernkoffer
    
Die Mütter der "Mama-lernt-Deutsch-Gruppe" freuen sich sehr über den neuen Lernkoffer mit vielfältigen Arbeitsvorlagen und spielerischen Übungen zu ganz alltäglichen und daher wichtigen Themen. Ohne die Zuwendung der Stiftung wäre die Anschaffung zu kostspielig gewesen. Herr Hektor, Mitglied der Miteinander-Stiftung Nürnberg, hat einem Anfängerkurs bei der Arbeit zugesehen. Unsere Mütter sind sehr eifrig bei der Sache.





  8. "Südstadtkids"
    
Die "Südstadtkids", ehemalige Hauptschüler, die Migranteneltern unser Bildungssystem näher bringen sollen, waren im April eingeladen zu den vierten Klassen. Leider musste der Termin wegen Krankheit entfallen und ein Ausweichtermin wäre nicht sinnvoll gewesen, da die Übertrittszeugnisse schon vor der Tür standen. Im Juli jedoch sind die dritten Klassen dran. Wir laden dazu auch Mitarbeiter der Miteinander-Stiftung ein, sobald der genaue Termin fest steht.

  9. Kikusausbildung
    
Es war vorgesehen, zwei Lehrkräfte von den Mitteln der Miteinander-Stiftung in den Genuss einer Ausbildung zur Sprachförderung Deutsch unter Einbeziehung der Muttersprache kommen zu lassen. Leider sind beide zurzeit gesundheitlich etwas angeschlagen und möchten das Ganze auf den Herbst verschieben.

 

Wir arbeiten weiter an unserem Projekt und hoffen, dass sich immer mehr Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund bei uns daheim fühlen.

 

Theater-AG Scharrerschule Grundschule Nürnberg (Mai bis Juli 2008)

Die Teilnehmer der Theater-AG erlernen Grundlagen des szenischen Theaterspiels. Mittels theaterpädagogischer Übungen werden: Atem und Stimme, Körper, Bewegung und Koordination, Sprache, Dialogfähigkeit, Konzentration sowie allgemein das Teambewußtsein trainiert.

In wöchentlichem Turnus, jeweils eine theaterpädagogische Doppelstunde lang erspielen die Teilnehmer dieser AG einzelne Szenen zu vorgegebenen Themen oder Situationen.
 Im Vordergrund steht hierbei die Übung des persönlichen Ausdrucks des Einzelnen: Die Figur ist nichts "Aufgesetztes", sondern wird von den Schülern jeweils aus der thematischen Vorgabe selbständig entwickelt. Mittels szenischer Improvisationen lernen die Teilnehmer, sich selbst spontan in Figuren und Situationen einzufühlen. Im ersten Schulhalbjahr haben wir als Einstieg in die Theaterarbeit allgemein an Figuren und Dialogsituationen gearbeitet, woraus auch ein erstes selbsterfundenes Stück entstanden ist, das wir im April 2008 den Eltern, Mitschülern und dem Lehrerkollegium erfolgreich vorführten.

Gewähltes Thema des zweiten AG-Schulhalbjahres ist: "Hallo, Mr. Gott, hier spricht (Anna) ..." Anhand von Situationen und szenischen Anregungen aus der Buchvorlage von Fynn werden Einzelszenen gemeinsam improvisatorisch erarbeitet. Im Mittelpunkt dabei steht aber v. a. eine inhaltliche Auseinandersetzung der Schüler selbst mit den thematischen Vorgaben des Buches – d. h. die Schüler beschäftigen sich selbst mit den aus dem Buchkontext gefilterten Fragestellungen. Die Beschäftigung des Einzelnen mit seinen persönlichen Fragen bildet die Grundlage der gemeinsamen szenischen Arbeit.

Die Schülerinnen und Schüler, die aus ganz unterschiedliche Nationalitäten und Glaubensrichtungen stammen, erlernen in diesem Kontext nicht nur die Versprachlichung ihrer Gedanken und Gefühle, die sie dann sogar auf eine Bühne stellen, sondern auch eine persönliche (emotionale) Auseinandersetzung mit Kulturkontexten. Toleranz gegenüber allen anderen ist die Grundvoraussetzung dieser Theaterarbeit. Die Einbindung der Eltern geschieht spät. durch die abschließende Aufführung, aber auch vorher durch die Schüler selbst, die zuhause über die Theaterarbeit berichten.

Ausführliche Projektbeschreibung "Daheim in Deutschland" (pdf)

Unterstützung der Theater-AG an der GS Scharrerschule, 2008 (pdf)

Miteinander-Stiftung Nürnberg
Agnes Chrambach

Die Miteinander-Stiftung Nürnberg unterstützt nur Projekte in Nürnberg und keine Einzelpersonen.

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 0911 6329848

Mit freundlicher Unterstützung von
COOLCAT creations, Nürnberg.