Miteinander-Stiftung schüttet jährlich 5.000,- Euro aus

Ein Beitrag der Nürnberger Nachrichten von
VON HARTMUT VOIG.T

Seit sechs Jahren unterstützt die von der Lehrerin Agnes Chrambach ins Leben gerufene Miteinander-Stiftung Menschen in Not. Im Jahr 2009 werden Theaterprojekte an der Scharrerschule und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Nord gefördert. Es sind keine riesigen Summen, welche die Stiftung jedes Jahr ausschüttet. Zwischen 4.000,- und 5.000,- Euro können investiert werden.

Damit lassen sich zwar keine spektakulären Vorhaben finanzieren. Doch die Hilfe stärkt gerade jenen den Rücken, denen es am nötigen Selbstbewusstsein und Optimismus fehlt, um ihren Alltag zu managen. Gerade für sie kann die finanzielle Anerkennung ein Anschub sein, um sich etwas mehr zuzutrauen. Vielleicht hilft das Theaterprojekt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dass sich die Acht- bis 15-Jährigen einen Schritt aus ihrem verfahrenen Alltag herauswagen. Mädchen mit Essstörungen und suizidgefährdete Teenager müssen in der Abteilung des Klinikums lernen, wieder auf die richtige Spur zu kommen. Die Miteinander-Stiftung will einen Beitrag auf diesem langen und schwierigen Weg leisten. Gründerin Chrambach hat einen Teil ihres Vermögens – rund 220.000 Euro – eingebracht, um etwas für den Nächsten zu tun, der gerade in Schwierigkeiten steckt. Unterstützt werden benachteiligte Menschen, die Integration ausländischer Bürger, verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche und psychisch Kranke.

"Aber wir können tragische Schicksale nicht einzeln betreuen, das würde unseren Vorstand und Beirat überfordern", erklärt Agnes Chrambach. Gefördert werden also nicht Einzelpersonen, sondern Projekte, die innerhalb von Nürnberg stattfinden. Migrantenkinder lernen beim Theaterspiel an der Scharrerschule, sich besser auszudrücken, Mimik und Körpersprache einzusetzen. An Demenz erkrankte Senioren erhielten 2007 eine Pergola für ihre Terrasse im Erlebnisgarten des Karl-Heller-Stifts: Der Erlebnisgarten hat sich zu einem Ort der Begegnungen der Heimbewohner entwickelt. Zwei Beispiele, wie man das Leben von Menschen konkret beeinflusst, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite stehen.

Natürlich möchte der Stiftungsvorstand auch wissen, was aus seinem Anstoß geworden ist. Daher schauen sich die Beteiligten vor Ort um. Sie konzentrieren sich nicht ausschließlich auf Kinder, denn für Nürnberger Mädchen und Jungen gibt es bereits ein großes Netz sozialer Hilfen. "Doch für Erwachsene fehlt dann häufig die Unterstützung", meint Chrambach, die an der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg unterrichtet. Daher schaut sie auch auf die Bedürftigkeit jener, die den Kinderschuhen entwachsen sind.

Die Miteinander-Stiftung ist selbst für jede Spende dankbar, die sie zusätzlich in ihre Projekte stecken kann. Auch eine Zustiftung, die das Stiftungsvermögen erhöht, ist möglich. Die Geldzuwendungen sind steuerlich absetzbar. "Sie setzen ein Zeichen der Hoffnung für zukünftige Generationen, indem Sie ihnen eine finanzielle Grundlage geben. Ihr persönliches Engagement lebt in den geförderten Projekten weiter", wirbt die Stiftung auf ihrer homepage. Wer interessiert ist, kann sich unter Telefon 0911 6329848 informieren. (Siehe auch nachfolgenden Bericht).

Die Miteinander-Stiftung hat das Konto: 201 100 510 bei der Deutschen Bank, BLZ: 700 700 10.
Weitere Informationen im Internet unter www.miteinander-stiftung.de



Eigenen Reichtum in Arme investiert

Agnes Chrambachs "beispielhafter Weg verdient große Anerkennung"
VON HARTMUT VOIG.T

Was wäre aus dem ererbten Vermögen geworden, wenn Agnes Chramb.ach vor sechs Jahren keine Stiftung gegründet hätte, sondern die Mittel in einen Aktienfonds investiert hätte? Die Weltwirtschaftskrise hätte eifrig dazu beigetragen, die finanziellen Werte zu pulverisieren. Die Pädagogin stand früher selbst öfter am Rande des materiellen Nichts. Was würde da näherliegen als sich zu sagen: "Mit dein dicken Batzen Geld kann ich endlich ein gesichertes Leben führen und mir obendrein noch einiges leisten." Die Lehrerin hat dies nicht getan. Sie hat sich überlegt, wie sie die ihr zugefallenen Mittel sinnvoll einsetzen kann. Für sie ist es kein leeres Wort, in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Jeder soll dies nach Kräften tun, wie es ihm möglich ist – so lautet ihre Überzeugung. Nicht nur darüber reden, sondern Einsatz zeigen. Für die Lehrerin, die an der evangelischen Wilhelm-Löhe-Schule unterrichtet, ist wichtig, dass jeder – auch der krasseste Außenseiter – eine Chance in unserer Gesellschaft bekommt. Ein nobler Anspruch, dem sie mit der Förderung von Projekten für Hilflose und Unterprivilegierte Nürnberg nachkommt. Agnes Chrambach hat auf persönliche Annehmlichkeiten zu Gunsten einer Hilfe für die Gesellschaft verzichtet. Ihr uneigennütziger, großzügiger Einsatz ist beispielhaft. Sie wäre eine gute Kandidatin für die Bürgermedaille.

Download ganzen Artikel (pdf)